Es düstert so im Oktober

Jetzt wurde vergangenen Sonntag die Uhr umgestellt, von 3 auf 2 Uhr – die Stunde, die es nicht gibt. Folge: Es wird morgens früher hell, dafür abends auch früher dunkel.

Und so sehr ich auch die milde Sommernacht mag, in der man noch um halb 11 auf dem Balkon sitzen kann und der Sonne beim Untergehen zusehen kann, genau so sehr mag ich die Dunkelheit am späten Nachmittag.
Für mich hat die Dunkelheit natürlich auch ab und zu etwas bedrohliches, aber auf jeden Fall immer etwas ruhiges. Mit der Dunkelheit geht der Tag zu Ende und es kehrt Ruhe ein. Es ist ein ziemlich schwierig zu beschreibenes Gefühl, aber wenn ein einfaches Licht nur noch den Raum erhellt, dann ist das eine ziemliche Wohltat.
Ja, die Dunkelheit mag ich, selbst der Weg nach Hause wird dann schon ein wahres Wohlfühlparadies: Der Zug düst durch eine Dunkelheit, die an den Gleisen wachsenden Büsche sind nur schemenhaft erkennbar. Das Leben reduziert sich auf die Menschen im Zug, man rückt unbewusst mehr zusammen.

Irgendwie kommen dann urige Gefühle hoch: Mit einem Tee vorm Fernseher, vielleicht eine brennende Kerze. Vielleicht in eine Decke eingemummelt, obwohl die Heizung auf voller Kraft läuft.
Das Zimmer erleuchtet ein Deckenfluter, gar nicht voll aufgedreht, sondern so, dass das Zimmer in ein schönes gelboranges Licht getaucht ist. Sitze ich am PC, ist sogar nur die kleine Schreibtischlampe an, die für ausreichend Beleuchtung sorgt, aber immer noch dunkler als mein TFT leuchtet.

In den gegenüberliegenden Fenstern gehen Lichter an und mit fortschreitender Stunde immer mehr auch wieder aus.
Die Welt kommt in der Dunkelheit zur Ruhe – und ich mir ihr.

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